|
Vom 19. - 31. Oktober 2008 fand das diesjährige Auslandsseminar der Polizeiseelsorge
Sachsen-Anhalt in Jordanien und Israel statt. ReiseteilnehmerInnen waren überwiegend
Polizistinnen und Polizisten, die bereits einmal mit der Polizeiseelsorge in Israel
gewesen sind. So war das Seminar zugleich eine Vertiefung der Kenntnisse über die Lage
im Nahen Osten und ein Kennenlernen neuer Eindrücke.
In Jordanien war vor allem interessant der Besuch der zentralen Ausbildungsstätte der
jordanischen Polizei in der "King Abdullah II Training City". Tatsächlich ist es eine
richtige kleine Stadt, in der die gesamte Aus-, Fort- und Weiterbildung der jordanischen
Polizisten stattfindet. Nach einem Empfang durch den Schulleiter Brigadegeneral Hussein
Tarawnek wurden wir durch die verschiedenen Schulbereiche geführt und bekamen mehrere
Vorführungen von Ausbildungskomponenten. Ein Arbeitsessen mit höheren Polizeiführern
und Dozenten der Polizeischule rundete den Besuch ab.
Ein Gespräch mit einer jungen jordanischen Frau, die mehrfach in Deutschland gelebt hat
und dann in ihren orientalischen Kulturkreis zurück kehrte, gab uns interessante Einblicke
in das Leben junger Frauen im islamischen Königreich Jordanien.
In Israel war es dieses Jahr wieder möglich, die zentrale Polizeiwache der Jerusalemer
Altstadt "Mizpeh 2000" zu besuchen. Hier wurde uns die präventive Videoüberwachung der
Altstadt vorgestellt und anhand ausgewählter Videosequenzen die Täterermittlung nach
Straftaten vorgeführt.
Gespräche mit Vertretern der Konrad-Adenauer-Stiftung in Jordanien und dem
BKA-Verbindungsbeamten der deutschen Botschaft in Amman sowie mit einem Vetreter der
Friedrich-Ebert-Stiftung in Herzliya (Israel) gaben Informationen über das
deutsch-jordanische bzw. deutsch-israelische Verhältnis und das diplomatische Wirken
der Stiftungen für den Nahost-Friedensprozess.
Der Besuch der Shoa-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem war für alle TeilnehmerInnen,
auch die, die diesen Ort schon kannten, wiederum sehr eindrücklich. Hier wurde deutlich,
daß es auch 60 Jahre nach der Shoa immer noch ein besonderes Verhältnis zwischen
Deutschland und Israel gibt.
Am letzten Reisetag war es möglich, mit einer deutschsprachigen Führung die Knesset,
das israelische Parlament, zu besuchen. Neben dem kulturellen Höhepunkt (Mosaiken und
Wandteppiche des Künstlers Marc Chagall) fanden wir hier Belege dafür, daß der Staat
Israel die einzige parlamentarische Demokratie im Mittleren Osten ist.
Die Israel-Begegnungsarbeit der Polizeiseelsorge Sachsen-Anhalt soll in den künftigen
Jahren unter Leitung der Landespolizeipfarrerin Thea Ilse fortgesetzt werden.
U. Koch
| |
 |
|
 |
| General Hussein Tarawnek. |
|
Gruppenbild in Jodanien. |
| |
 |
|
 |
| Das Tal der Gemeinden in Yad Vashem. |
|
Die Waggonrampe in Yad Vashem. |
|