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Polizeiseelsorge Magdeburg
wir sind da, wenn Sie down sind |
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5. Israel-Seminar der evangelischen
Polizeiseelsorge in Sachsen-Anhalt vom 15.-22.Oktober 2007 - Reisebericht -
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Als Kriminalpolizistin im Polizeirevier Zerbst habe ich gemeinsam mit meinem Ehemann
an dem Seminar teilgenommen. Mit Freude, Erwartungen und Spannung auf diese Tage reisten
wir in das Land Israel. Den ersten Abend verbrachten wir in Tel-Aviv mit einem
Stadtbummel und einem Spaziergang am herrlichen Mittelmeerstrand. Am zweiten Tag
besuchten wir das antike Caesarea an der Küste, ein Denkmal römischer Kultur und Macht.
Weiter ging es nach Haifa, der größten Hafenstadt, mit seiner wunderschönen Bucht am
Fuße des Berges Karmel. Dort hat die Bahai-Weltregion ihr Zentrum mit einem der
schönsten Gärten des Landes und einem Schrein unter einer Goldkuppel. Der Blick vom Berg
Karmel in die Bucht war faszinierend. Nach einer Übernachtung im Kibbuz-Gästehaus
HaGoshrim unmittelbar an der libanesischen Grenze begaben wir uns am dritten Tag in die
Region Galiläa mit vielen religiösen und archäologischen Stätten. Wir "gingen über den
Jordan" (Jordanquelle), fuhren durch den Golan mit seiner steinigen Landschaft und
großflächigen Minenfeldern. Auf den Golanhöhen konnten wir spüren, wie Konflikt beladen
diese Region als Schauplatz von mehrmaligen Kampfhandlungen zwischen Israel und Syrien ist.
Wir erreichten dann die Region am See Genezareth, uns bot sich eine Ansicht wie vor 2000
Jahren. Auf den Spuren von Jesus besuchten wir den Ort der Bergpredigt und die
Seligsprechungskirche, erlebten eine Bootsfahrt auf dem See und ließen uns danach den
"Petrus-Fisch" schmecken. Weiter ging es zur Brotvermehrungskirche und dann zurück zum
Kibbuz-Hotel, wo uns unser sympathischer und erfahrener israelischer Reiseführer "Dunio"
auch einen Vortrag über die Kibbuzbewegung hielt. Am vierten Tag fuhren wir über Nazareth,
mit einer Besichtigung der Verkündigungskirche, bis Shfaram und wurden freundlich und
aufgeschlossen in der israelischen Polizeiakademie begrüßt. Wir bekamen Einblicke in die
israelische Polizeistruktur und über polizeiliche Aufgaben, z. Bsp. bei der Enttarnung von
Selbstmordattentätern. Am Nachmittag fuhren wir durch die israelisch besetzte Westbank
mit ihrer steinigen Wüstenlandschaft und Oasen bis zum Toten Meer. Nach einem kurzen
Badeaufenthalt erreichten wir das Kibbuz-Gästehaus unmittelbar am Meer. Der nächste Tag
führte uns zunächst zur Felsenfestung Massada in der judäischen Wüste. Vor fast 2000 Jahren,
nach dem Fall der Stadt Jerusalem, zogen sich dorthin jüdische Patrioten vor den Römern zurück,
weil sie deren Macht nicht akzeptieren wollten. Von Massada fuhren wir nach Jerusalem zur
Holocaust-Gedenkstätte "Yad Vashem", der bedeutendsten Gedenkstätte der nationalsozialistischen
Judenvernichtung. Im Tal der Gemeinden wird auf 107 Steinwänden den über 5000 jüdischer
Gemeinden gedacht, die während des Holocaust ganz oder teilweise ausgelöscht wurden. Vor der
Steinwand der Gemeinden aus Sachsen-Anhalt legten wir einen Kranz nieder. Unsere Trauer,
Ergriffenheit und Fassungslosigkeit wurde im Denkmal für die Kinder und in der Halle der Namen
bestärkt. Die in uns ausgelösten Gefühle sind mit Worten kaum zu beschreiben. Wir schämten uns
unserer Tränen nicht.
In der Jerusalemer Altstadt besuchten wir anschließend den Bazar
und fanden bei einem arabischen Kaffee unser inneres Gleichgewicht wieder. Nun ließen wir
die Altstadt von Jerusalem mit ihren spürbaren Wurzeln verschiedenster Religionen und dem
multikulturellen Flair in fen jüdischen, christlichen, moslemischen und armenischen Viertel
auf uns wirken. Die Vorbereitungen des Sabbat waren bereits spürbar. Der Sabbat ist das
Wochenfest der Juden und wird am 7. Tag der Woche zu Ehren des Herrn, des Gottes, gefeiert,
vergleichbar unserem Sonntag. Am Samstag bestiegen wir zunächst den Ölberg mit seinem
wunderschönen Blick auf das Goldene Tor in der Stadtmauer, den Felsendom und die
ElAksa -Moschee, sowie den jüdischen Grabstätten vor dem goldenen Tor. Vom Garten
Gethsemeni ging es zur Kirche der Nationen und zur Anna-Kirche, wo uns der Gesang eines
holländischen Männerchores empfing. Wir beschritten den traditionellen Leidensweg Christi
über die Via Dolorosa bis zur Grabeskirche. Im Anschluss fuhren wir von Jerusalem aus
nach Bethlehem. Der Besuch von Bethlehem war zunächst nicht geplant und überraschend durch
unsere Reiseleiter ermöglicht wurden. Das Passieren der Kontrollstelle in der von Israel
auf palästinensischem Gebiet errichteten 6 Meter hohen Mauer war bedrückend und machte uns
nachdenklich. In Bethlehem besichtigten wir die Geburtskirche, die über der vermutlichen
Geburtsstätte von Jesus errichtet wurde. Abends stürzten wir uns in das Nachtleben der
Jerusalemer Altstadt. Am letzten Tag stand ein Besuch des Hauptquartiers der "Israel
Border Police" (vergleichbar unserer Bundespolizei) auf dem Programm. Wir wurden über
die psychologische Betreuung der Bediensteten bei traumatischen Ereignissen informiert.
Am Nachmittag ging es zur Klagemauer und es tat sich unerwartet die Möglichkeit auf, den
Tempelberg mit dem moslemischen Felsendom und der moslemischen ElAksa-Moschee zu begehen
Von da aus ging es zu den antiken Ausgrabungsstätten der David-Stadt. Bei Einbruch der
Dunkelheit stand dann noch eine Nachtfahrt durch Jerusalem auf dem Programm. Jerusalem
bei Nacht hat seine eigene Faszination. Am nächsten Tag verließen wir Israel. Trotz
seiner besonderen politischen Situation hatten wir zu keiner Zeit ein Unsicherheitsgefühl
gespürt. Wir wurden durch die angenehmen klimatischen Bedingungen und durch multikulturelle
Speisen verwöhnt.
Diese Reise wird mir eindrucksvoll in Erinnerung bleiben.
Ich möchte mich auch im Namen meines Ehemannes noch einmal ganz besonders bei dem Pfarrer
und Polizeiseelsorger Uwe Koch für die gute Vorbereitung und sein Engagement während der
Reise bedanken. So schickte er uns morgens mit einer kleinen Lektion Hebräisch und
jiddischen Witzen in den Tag, war immer gut drauf und für alle Reiseteilnehmer da.
Ich hoffe auch um eine friedliche Lösung im Nahost-Konflikt. Einer Lösung, die sowohl Israel,
als auch dem palästinensischem Volk gerecht wird.
M.A. Teilnehmerin des Seminars
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| Und hier können Sie erste Bilder des Seminars sehen. |
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